Vorteile von Wolle

Coburger Fuchsschaf auf Kreuzspindel

Heute möchte ich ein Loblied auf die Wolle schreiben, ich habe alle Informationen, welche das Internet und auch meine schlauen Bücher hergeben einmal zusammengefasst. Ganz einfach um aufzuzeigen was für ein wertvoller Rohstoff Wolle ist.

Die schwedischen Wollexperten Kerstin Gustafson und Allan Waller schreiben:  „Würde eines Tages berichtet, dass eine Textilfaser entdeckt worden sei, die unter freiem Himmel oder in einfachen Gebäuden mit geringem Energieverbrauch und ohne gefährliche Abfallprodukte erzeugt werden kann, dazu noch in verschiedenen Feinheiten und Längen, unser Interesse wäre geweckt.

Würde weiter bekannt, die Faser sei leicht zu veredeln, zu färben und mit anderen Fasern zu mischen, sei giftfrei und hautfreundlich, elastisch, lärmdämmend, wärme- und feuchtigkeitsausgleichend, schmutz- und wasserabstoßend, schwer entflammbar, leicht zu reinigen und fast knitterfrei, wiederverwendbar und hundertprozentig biologisch abbaubar, welchen Namen würden wir dieser Faser geben? Wahrscheinlich würde man von einer Wunderfaser sprechen. Und um ein Wunder, ein viel zu wenig beachtetes Wunder, handelt es sich bei der Wolle vom Schaf“

Die Wollfaser ist eine Eiweißfaser, sie besteht aus ca. 20 versch. Aminosäuren. Dies hat viele Vorteile aber auch ein paar Nachteile, sie ist anfälliger für Lauge, aber unempfindlicher gegenüber Säuren. Das Eiweiß = Keratin macht die Fasern schmackhaft für Motten, sie ernähren sich davon und von Schmutzresten. 

Allerdings überwiegen die Vorteile:

  • Lt. dem deutschem Wollforschungsinstitut verbessert Wolle die Raumluft in dem sie Schadstoffe bindet und unschädlich macht, dadurch wirkt sie
  • Geruchshemmend/antibakteriell: Wolle entzieht Bakterien und Pilzen den Nährboden dadurch wird Schweißgeruch unterdrückt. Wenn die Wolle, auch nach dem sie öfter getragen worden ist, gelüftet wird, dann wirkt sie wieder frisch
  • Sie ist schmutzabweisend, durch die spezielle Faseroberfläche stoßt sie Schmutzpartikel ab, deshalb muss Wolle viel weniger gewaschen werden, lüften reicht meist aus.
  • Sie wärmt, eigentlich isoliert sie und reflektiert die eigene Körperwärme zurück
  • Sie knittert nicht, aufgrund der elastischen Fasern
  • Reine Wolle ladet sich auch nicht elektrostatisch auf, nur bei absolut trockener Luft z.B. im Winter wenn fest eingeheizt ist, dann aber auch nur minimal, eine Erhöhung der Raumfeuchtigkeit oder ein paar Spritzer Wasser hilft dagegen
  • Sie ist schlecht brennbar
  • Sie ist atmungsaktiv
  • Sie ist wasserabweisend – Loden, Lodenmäntel
  • Kann trotzdem Feuchtigkeit aufnehmen und fühlt sich nicht nass an
  • Sie ist atmungsaktiv und Temperatur ausgleichend
  • Sie ist ein nachwachsender Rohstoff
  • Sie ist wiederverwendbar
  • Sie ist ein wunderbarer Dünger
  • Sie gibt kein Mikroplastik ab, wie andere Stoffe
  • Nicht zu vergessen die heilende Wirkung der Heilwolle

Hoffe dieser Beitrag ist interessant für Euch. Alles Liebe

Ein paar Gedanken

zum Umwelt- und Klimaschutz in meiner Filzwerkstatt.

Nachdem ich einen interessanten Blogbeitrag von Corinna Nitschmann über

“ Welterschöpfungstag im Filzstudio
Ist Filzen ökologisch und wenn ja, warum nicht?“ (vom 29.7.2019)

gelesen habe, hab ich mir einige Gedanken über meine Filzerei gemacht, wie umweltfreundlich bin ich beim Filzen und wo kann ich noch etwas einsparen?

Ich nehme sehr viele ausgediente Hilfsmittel, wie z. B. ein altes ausgedientes Insektenschutznetz,alte Vorhänge, ein altes Bambusrollo, alte Handtücher und Leintücher. Meine Luftpolsterfolie bekommen ich gebraucht von Freunden und Bekannten nach irgenwelchen Lieferungen, wieso sollte sie ungenutzt weggeschmissen werden.

Die Seife zum Filzen ist meistens ein Block aus zusammengepressten Seifenresten oder ungewollten Seifen und wenn es nicht anders geht nehme ich Kernseife oder Olivenölseife. Außerdem versuche ich mit so wenig Wasser als möglich zu filzen bzw. fange ich, wenn möglich, das Seifenwasser auf, seihe es über ein Haarsieb ab und verwende es noch einmal. Zum Aufwärmen benutze ich einen alten nicht mehr so schönen Wasserkocher (den wollte eine Bekannte wegschmeißen).

Für die Schablonen habe ich ein Art Gummimatte, welche ich bei einen Konkursaufkäufer günstig gekauft habe, diese Schablonen sind unzerstörbar. Ich habe damals eine ganze Rolle gekauft, da komme ich ewig aus. Außerdem verwende ich für kleinere Sachen die Schubladeneinlagen aus meiner alten Küche (die passen nicht mehr), die halten auch sehr lange.

Die Wolle, die ich verwende ist größtenteils österreichische Bergschafwolle, bzw. Wolle von umliegenden Schafbauern. Allerdings braucht man für gewisse Projekte auch feinere Wolle, dafür nehme ich aus Tierschutzgründen dann südamerikanische Merino bzw. wenn es nicht ganz fein sein muss, wenigstens Wolle aus dem EU-Raum.

Die Wollreste, übrig gebliebene Wollfuseln oder -abschnitte werden von mir in einem Kübel gesammelt und als Füllmaterial oder Kernwolle beim Nadelfilzen verwendet.

Momentan sehe ich keine Möglichkeit, wie ich noch umweltfreundlicher filzen könnte. Mit dem Hobby auf zu hören ist für mich keine Alternative, da sowohl das Filzen wie auch das Wollespinnen für mich Therapie und Ausgleich sind.

Aber vielleicht fällt euch etwas zu dem Thema ein und ihr habt neue Ideen um alles noch umweltfreundlicher zu gestalten.

Liebe Grüße

Es ist soweit …

das Blog-Anpassen ist erledigt und nun geht es ans posten. Es ist eine ziemliche Umstellung für mich, da ich vorher unter einem anderen Anbieter geschrieben habe. Aber ich werde mich schon daran gewöhnen.

Da der alte Blog noch ein Weilchen bestehen bleibt, veröffentlich ich den Link dazu:

https://uschis-handwerkskunst.blogspot.com/

In diesem Blog wird es hauptsächlich um altes erhaltenswertes und auch um neues Handwerk gehen. Es gibt viel Altes das erhalten gehört und auch in modernen Zeiten seine Berechtigung hat, vielleicht muss man es modifizieren, modernisieren, anpassen.

Handwerk und Handarbeiten ist eine Möglichkeit sich nicht von Maschinen abhängig zu machen, sich zu entschleunigen und zu erden, dem Stress ein Schnippchen zu schlagen. Ich rede hier von Erfahrung, die ich selber machen musste. Man gewinnt dadurch, man erlernt neue Fertigkeiten, lernt neue Talente an sich kennen, lernt mit den eigenen Ressourcen neu umzugehen und man lernt neue Menschen kennen. Vielleicht wird ein Hobby daraus, welches nicht nur viel Spaß macht, sondern sich auch selbst erhält.

Ich verarbeite sehr gerne Wolle, vom Schaf bis zur Strickwolle und manchmal auch zu fertigen Stück, d. h. ich wasche, kardiere, spinne, färbe, filze und webe. Wolle ist für mich ein Medium, dass meine Fantasie anregt. Wolle benötigt fast alle Sinne: sie riecht (oder stinkt), jede Wolle greift sich anders an und sieht auch immer anders aus (auch wenn sie vom selben Schaf kommt), sie fördert beim Verarbeiten die Kraft, die Koordination und Beweglichkeit der Finger-, Hand- und Fußgelenke.

Meine zweite Leidenschaft sind Knöpfe, ich mache Zwirnknöpfe, Stoffknöpfe, Fimoknöpfe, Holzknöpfe, Keramikknöpfe, upcycle alte Knöpfe, usw. Sehr interessant finde ich auch das Emaillieren, das Korbflechte, Leder punzieren, das Nadelbinden, etc.

Nun genug geschwafelt, zum Abschluss noch einige Bilder, leider bin ich keine gute Fotografin, aber auch das werde ich noch lernen: