Ein paar Gedanken

zum Umwelt- und Klimaschutz in meiner Filzwerkstatt.

Nachdem ich einen interessanten Blogbeitrag von Corinna Nitschmann über

“ Welterschöpfungstag im Filzstudio
Ist Filzen ökologisch und wenn ja, warum nicht?“ (vom 29.7.2019)

gelesen habe, hab ich mir einige Gedanken über meine Filzerei gemacht, wie umweltfreundlich bin ich beim Filzen und wo kann ich noch etwas einsparen?

Ich nehme sehr viele ausgediente Hilfsmittel, wie z. B. ein altes ausgedientes Insektenschutznetz,alte Vorhänge, ein altes Bambusrollo, alte Handtücher und Leintücher. Meine Luftpolsterfolie bekommen ich gebraucht von Freunden und Bekannten nach irgenwelchen Lieferungen, wieso sollte sie ungenutzt weggeschmissen werden.

Die Seife zum Filzen ist meistens ein Block aus zusammengepressten Seifenresten oder ungewollten Seifen und wenn es nicht anders geht nehme ich Kernseife oder Olivenölseife. Außerdem versuche ich mit so wenig Wasser als möglich zu filzen bzw. fange ich, wenn möglich, das Seifenwasser auf, seihe es über ein Haarsieb ab und verwende es noch einmal. Zum Aufwärmen benutze ich einen alten nicht mehr so schönen Wasserkocher (den wollte eine Bekannte wegschmeißen).

Für die Schablonen habe ich ein Art Gummimatte, welche ich bei einen Konkursaufkäufer günstig gekauft habe, diese Schablonen sind unzerstörbar. Ich habe damals eine ganze Rolle gekauft, da komme ich ewig aus. Außerdem verwende ich für kleinere Sachen die Schubladeneinlagen aus meiner alten Küche (die passen nicht mehr), die halten auch sehr lange.

Die Wolle, die ich verwende ist größtenteils österreichische Bergschafwolle, bzw. Wolle von umliegenden Schafbauern. Allerdings braucht man für gewisse Projekte auch feinere Wolle, dafür nehme ich aus Tierschutzgründen dann südamerikanische Merino bzw. wenn es nicht ganz fein sein muss, wenigstens Wolle aus dem EU-Raum.

Die Wollreste, übrig gebliebene Wollfuseln oder -abschnitte werden von mir in einem Kübel gesammelt und als Füllmaterial oder Kernwolle beim Nadelfilzen verwendet.

Momentan sehe ich keine Möglichkeit, wie ich noch umweltfreundlicher filzen könnte. Mit dem Hobby auf zu hören ist für mich keine Alternative, da sowohl das Filzen wie auch das Wollespinnen für mich Therapie und Ausgleich sind.

Aber vielleicht fällt euch etwas zu dem Thema ein und ihr habt neue Ideen um alles noch umweltfreundlicher zu gestalten.

Liebe Grüße

Endlich

Endlich habe ich es geschafft die Solarfärbungen anzusetzen und natürlich ändert sich das Wetter, aber ich denke, dass wir schon noch ein paar Sonnentage bekommen. Gefüllt habe ich die Gläser mit Blauholz, Cochenille, Kurkuma, Henna und Orleansaat. Heuer mal keine frischen Blüten, Pflanzen und Rinden, ich wollte eine sichere Färbung und keine Experimente.

Die Färbedrogen habe ich vorher schon ohne Färbegut angesetzt und 1,5 Tage in der Sonne stehen lassen, dann habe ich die das Farbwasser mit normalen Wasser aufgefüllt und die 1. 100g Kammzugwolle, Seidengarne und Seidenhankies reingelegt, danach die 2. 100g Kammzugwolle usw., dazu die zweite Farbe und wieder mit Wasser aufgefüllt. Die Wolle und die Seide sind zuvor ein Jahr in der Kaltbeize gelegen (:-,,), konnte sie voriges Jahr nicht mehr verarbeiten und habe sie einfach vergessen.

Glas links: 200g Südamerikanische Merino, 100g Falkland + Farbbeutel Orleansaat, Kurkuma, Henna
Glas rechts: je 100g Chubut und Polwarth/Tencel/Seacell, Seidenhankies und Seidengarn mit Sud aus Kurkuma und Sud aus Orleansaat + Pottasche
Glas links: je 100g Südamerikanische Merino und Falkland, Seidenhankies, Seidengarn mit Sud aus Blauholz und Cochenille mit Weinsteinrahm
Glas Mitte: je 100g Chubut und Polwarth/Tencel/Seacell + Farbbeutel Blauholz, Cochenille
Glas rechts: 100g Südamerikanische Merino, Seidenhankies mit Sud aus Henna + Weinsteinrahm, mit wenig Orleansaatsud

Pflanzenfärben ist für mich eine Sommerarbeit, in dieser Jahreszeit färbt die Sonne für mich und ich erspare mir sehr viel Energie und Zeit, das ist auch ein Grund warum ich die Kaltbeize verwende, außerdem ist sie die am wenigsten giftige Beize ist, die ich kenne.

Im Grunde genommen ist die Pflanzenfärbung für mich eine Liebhaberei, die ich nicht mehr als zweimal nur im späten Frühjahr und Sommer mache.

Die Endergebnisse werde ich in den nächsten Wochen veröffentlichen.

Mit färbenden Grüßen