Es wird kühler …

… die richtige Zeit um Wolle zu spinnen. Zuerst muß sie aber vorbereitet werden, gewaschen getrocknet und gezupft ist sie schon, jetzt wird sie kardiert und zu Batts oder Rollags geformt.

Wenn das genau und sorgfältig gemacht wird, dann geht das Spinnen ganz von selbst. Das sind wunderbare Beschäftigungen um dabei fern zu sehen oder ein gutes Hörbuch zu hören – mein Favorit sind derzeit Dan Brown Romane, obwohl ich die alle schon selber gelesen habe.

Gerne bestelle ich mir auch Rest´l Fasern, die ich dann zusammen kardieren, entweder mit der Kardiermaschine oder mit dem Kardierbrett, dabei entstehen oft die schönsten Spinnfasern oder auch Filzfasern.

Ich wünsche euch noch einen schönen Abend

Vorteile von Wolle

Coburger Fuchsschaf auf Kreuzspindel

Heute möchte ich ein Loblied auf die Wolle schreiben, ich habe alle Informationen, welche das Internet und auch meine schlauen Bücher hergeben einmal zusammengefasst. Ganz einfach um aufzuzeigen was für ein wertvoller Rohstoff Wolle ist.

Die schwedischen Wollexperten Kerstin Gustafson und Allan Waller schreiben:  „Würde eines Tages berichtet, dass eine Textilfaser entdeckt worden sei, die unter freiem Himmel oder in einfachen Gebäuden mit geringem Energieverbrauch und ohne gefährliche Abfallprodukte erzeugt werden kann, dazu noch in verschiedenen Feinheiten und Längen, unser Interesse wäre geweckt.

Würde weiter bekannt, die Faser sei leicht zu veredeln, zu färben und mit anderen Fasern zu mischen, sei giftfrei und hautfreundlich, elastisch, lärmdämmend, wärme- und feuchtigkeitsausgleichend, schmutz- und wasserabstoßend, schwer entflammbar, leicht zu reinigen und fast knitterfrei, wiederverwendbar und hundertprozentig biologisch abbaubar, welchen Namen würden wir dieser Faser geben? Wahrscheinlich würde man von einer Wunderfaser sprechen. Und um ein Wunder, ein viel zu wenig beachtetes Wunder, handelt es sich bei der Wolle vom Schaf“

Die Wollfaser ist eine Eiweißfaser, sie besteht aus ca. 20 versch. Aminosäuren. Dies hat viele Vorteile aber auch ein paar Nachteile, sie ist anfälliger für Lauge, aber unempfindlicher gegenüber Säuren. Das Eiweiß = Keratin macht die Fasern schmackhaft für Motten, sie ernähren sich davon und von Schmutzresten. 

Allerdings überwiegen die Vorteile:

  • Lt. dem deutschem Wollforschungsinstitut verbessert Wolle die Raumluft in dem sie Schadstoffe bindet und unschädlich macht, dadurch wirkt sie
  • Geruchshemmend/antibakteriell: Wolle entzieht Bakterien und Pilzen den Nährboden dadurch wird Schweißgeruch unterdrückt. Wenn die Wolle, auch nach dem sie öfter getragen worden ist, gelüftet wird, dann wirkt sie wieder frisch
  • Sie ist schmutzabweisend, durch die spezielle Faseroberfläche stoßt sie Schmutzpartikel ab, deshalb muss Wolle viel weniger gewaschen werden, lüften reicht meist aus.
  • Sie wärmt, eigentlich isoliert sie und reflektiert die eigene Körperwärme zurück
  • Sie knittert nicht, aufgrund der elastischen Fasern
  • Reine Wolle ladet sich auch nicht elektrostatisch auf, nur bei absolut trockener Luft z.B. im Winter wenn fest eingeheizt ist, dann aber auch nur minimal, eine Erhöhung der Raumfeuchtigkeit oder ein paar Spritzer Wasser hilft dagegen
  • Sie ist schlecht brennbar
  • Sie ist atmungsaktiv
  • Sie ist wasserabweisend – Loden, Lodenmäntel
  • Kann trotzdem Feuchtigkeit aufnehmen und fühlt sich nicht nass an
  • Sie ist atmungsaktiv und Temperatur ausgleichend
  • Sie ist ein nachwachsender Rohstoff
  • Sie ist wiederverwendbar
  • Sie ist ein wunderbarer Dünger
  • Sie gibt kein Mikroplastik ab, wie andere Stoffe
  • Nicht zu vergessen die heilende Wirkung der Heilwolle

Hoffe dieser Beitrag ist interessant für Euch. Alles Liebe

Ein paar Gedanken

zum Umwelt- und Klimaschutz in meiner Filzwerkstatt.

Nachdem ich einen interessanten Blogbeitrag von Corinna Nitschmann über

“ Welterschöpfungstag im Filzstudio
Ist Filzen ökologisch und wenn ja, warum nicht?“ (vom 29.7.2019)

gelesen habe, hab ich mir einige Gedanken über meine Filzerei gemacht, wie umweltfreundlich bin ich beim Filzen und wo kann ich noch etwas einsparen?

Ich nehme sehr viele ausgediente Hilfsmittel, wie z. B. ein altes ausgedientes Insektenschutznetz,alte Vorhänge, ein altes Bambusrollo, alte Handtücher und Leintücher. Meine Luftpolsterfolie bekommen ich gebraucht von Freunden und Bekannten nach irgenwelchen Lieferungen, wieso sollte sie ungenutzt weggeschmissen werden.

Die Seife zum Filzen ist meistens ein Block aus zusammengepressten Seifenresten oder ungewollten Seifen und wenn es nicht anders geht nehme ich Kernseife oder Olivenölseife. Außerdem versuche ich mit so wenig Wasser als möglich zu filzen bzw. fange ich, wenn möglich, das Seifenwasser auf, seihe es über ein Haarsieb ab und verwende es noch einmal. Zum Aufwärmen benutze ich einen alten nicht mehr so schönen Wasserkocher (den wollte eine Bekannte wegschmeißen).

Für die Schablonen habe ich ein Art Gummimatte, welche ich bei einen Konkursaufkäufer günstig gekauft habe, diese Schablonen sind unzerstörbar. Ich habe damals eine ganze Rolle gekauft, da komme ich ewig aus. Außerdem verwende ich für kleinere Sachen die Schubladeneinlagen aus meiner alten Küche (die passen nicht mehr), die halten auch sehr lange.

Die Wolle, die ich verwende ist größtenteils österreichische Bergschafwolle, bzw. Wolle von umliegenden Schafbauern. Allerdings braucht man für gewisse Projekte auch feinere Wolle, dafür nehme ich aus Tierschutzgründen dann südamerikanische Merino bzw. wenn es nicht ganz fein sein muss, wenigstens Wolle aus dem EU-Raum.

Die Wollreste, übrig gebliebene Wollfuseln oder -abschnitte werden von mir in einem Kübel gesammelt und als Füllmaterial oder Kernwolle beim Nadelfilzen verwendet.

Momentan sehe ich keine Möglichkeit, wie ich noch umweltfreundlicher filzen könnte. Mit dem Hobby auf zu hören ist für mich keine Alternative, da sowohl das Filzen wie auch das Wollespinnen für mich Therapie und Ausgleich sind.

Aber vielleicht fällt euch etwas zu dem Thema ein und ihr habt neue Ideen um alles noch umweltfreundlicher zu gestalten.

Liebe Grüße

Endlich

Endlich habe ich es geschafft die Solarfärbungen anzusetzen und natürlich ändert sich das Wetter, aber ich denke, dass wir schon noch ein paar Sonnentage bekommen. Gefüllt habe ich die Gläser mit Blauholz, Cochenille, Kurkuma, Henna und Orleansaat. Heuer mal keine frischen Blüten, Pflanzen und Rinden, ich wollte eine sichere Färbung und keine Experimente.

Die Färbedrogen habe ich vorher schon ohne Färbegut angesetzt und 1,5 Tage in der Sonne stehen lassen, dann habe ich die das Farbwasser mit normalen Wasser aufgefüllt und die 1. 100g Kammzugwolle, Seidengarne und Seidenhankies reingelegt, danach die 2. 100g Kammzugwolle usw., dazu die zweite Farbe und wieder mit Wasser aufgefüllt. Die Wolle und die Seide sind zuvor ein Jahr in der Kaltbeize gelegen (:-,,), konnte sie voriges Jahr nicht mehr verarbeiten und habe sie einfach vergessen.

Glas links: 200g Südamerikanische Merino, 100g Falkland + Farbbeutel Orleansaat, Kurkuma, Henna
Glas rechts: je 100g Chubut und Polwarth/Tencel/Seacell, Seidenhankies und Seidengarn mit Sud aus Kurkuma und Sud aus Orleansaat + Pottasche
Glas links: je 100g Südamerikanische Merino und Falkland, Seidenhankies, Seidengarn mit Sud aus Blauholz und Cochenille mit Weinsteinrahm
Glas Mitte: je 100g Chubut und Polwarth/Tencel/Seacell + Farbbeutel Blauholz, Cochenille
Glas rechts: 100g Südamerikanische Merino, Seidenhankies mit Sud aus Henna + Weinsteinrahm, mit wenig Orleansaatsud

Pflanzenfärben ist für mich eine Sommerarbeit, in dieser Jahreszeit färbt die Sonne für mich und ich erspare mir sehr viel Energie und Zeit, das ist auch ein Grund warum ich die Kaltbeize verwende, außerdem ist sie die am wenigsten giftige Beize ist, die ich kenne.

Im Grunde genommen ist die Pflanzenfärbung für mich eine Liebhaberei, die ich nicht mehr als zweimal nur im späten Frühjahr und Sommer mache.

Die Endergebnisse werde ich in den nächsten Wochen veröffentlichen.

Mit färbenden Grüßen